[vc_column][vc_text_separator title="Friedhofsbesuch in Iserlohn" title_align="separator_align_left" color="custom" border_width="3" accent_color="#fbbd00" el_class="h1-condensed"]

Ashir Mehmood
Majlis Iserlohn

Im Namen Allahs des Gnädigen, des Barmherzigen

Assalam-o-Alaikum wa Rahmatullahi wa Barakatohu.

Ein Bericht von Ashir Mehmood Sahib aus der Majlis Iserlohn über ein Friedhofsbesuch.

 

Es gibt Momente im Leben, die uns dazu bringen, über unsere Existenz nachzudenken. Einer dieser Momente war der Friedhofsbesuch am 15.04.2023 um 19 Uhr in Iserlohn. Dort hatte ich die Möglichkeit, mit etwa 17 Khuddam, 8 Atfal und einigen Ansar zum Grab von zwei unserer verstorbenen Ahmadi-Brüder zu gehen.

Als ich den Friedhof betrat, fielen mir sofort die vielen Gräber auf, die in Reih und Glied angeordnet waren. Jedes Grab hatte eine kleine Plakette, die den Namen des Verstorbenen und das Datum seines Todes trug. Ich schaute mich um und bemerkte, dass es Gräber von Menschen jeden Alters gab – von Kindern bis hin zu älteren Menschen. Es war ein Bild des Lebenszyklus, der von der Geburt bis zum Tod reicht.

Während wir weitergingen, bemerkte ich auch, dass es viele Gräber gab, die mit muslimischen Symbolen und Schriften verziert waren. Es war ein Zeichen dafür, dass die Verstorbenen gläubige Muslime waren. Ich dachte darüber nach, welche Bedeutung der Glaube im Leben eines Menschen hat und wie er uns auf unserem Weg durch das Leben führt.

Angekommen am Grab der Verstorbenen, erzählte uns Qaid Sahib den Sinn und Zweck des Friedhofsbesuchs und was das Dua am Grab beinhalten sollte. Einer der Verstorbenen war auch mein Großvater. Als Zaim Sahib dann von ihm erzählte, erinnerte ich mich an seine Weisheiten, seine Güte und seine Liebe zur Gemeinde, denn er wollte stets, dass es eine Moschee für die Ahmadis in Iserlohn gibt. Dennoch verstarb er vor der Grundsteinlegung der Salam-Moschee in Iserlohn. Deshalb legte meine Großmutter in seinem Namen einen der Grundsteine der Salam-Moschee. Nach dem Dua gingen wir auch zum Grab des zweiten verstorbenen Ahmadi, der mit seiner Familie in der Nähe meines Hauses lebte und wir deshalb oft zusammen zur Moschee fuhren. Er war stets bemüht, seine Kinder und sich selbst in die Jamaat mit einzubinden und versuchte, jedes Gebet mit seiner Familie in der Moschee zu verrichten.

In diesem Moment wurde mir klar, dass der Friedhofsbesuch nicht nur dazu diente, uns an den Tod zu erinnern, sondern auch an die Wichtigkeit unseres Glaubens und unserer spirituellen Verbindung zu Allah. Wir sollten unser Leben nutzen, um uns auf unsere Rückkehr zu Allah vorzubereiten und uns auf das Jenseits vorzubereiten. Denn wie Qaid Sahib sagte, sind wir nur Reisende auf dieser Welt.

Danach beteten wir für Ihn und für seine Seele aber auch für seine Hinterbliebenen. Wir baten Allah, ihn Vergebung und Barmherzigkeit zu gewähren und Ihm in das Paradies einzulassen. Ich dachte darüber nach, wie wichtig es ist, für unsere Lieben zu beten und uns an sie zu erinnern, auch wenn sie nicht mehr bei uns sind.

Der Besuch des Friedhofs half mir auch, meine Prioritäten im Leben zu überdenken. Ich erkannte, dass es nicht wichtig ist, wie viel Geld oder materiellen Besitz wir in unserem Leben ansammeln, sondern wie viel wir für unsere geistige und spirituelle Entwicklung tun.

 

Insgesamt war der Friedhofsbesuch eine sehr bewegende Erfahrung für mich, die mir half, meine Perspektive auf das Leben und den Tod zu erweitern. Es erinnerte mich daran, dass jeder von uns sterblich ist und dass wir uns auf unsere Rückkehr zu Allah vorbereiten sollten. Wir sollten unser Leben sinnvoll nutzen und uns auf das Jenseits vorbereiten, damit wir Allahs Gnade und Segen erlangen können.

Nach dem Friedhofsbesuch haben wir uns zur Moschee begeben und bis zum Iftar Tischtennis und Rundlauf gespielt.

Wassalam,
Ashir Mehmood