Verschwörungen gegen die Jamaat: Eine Studie zu historischen Mustern

Asif M Basit

 

شریروں پر پڑے ان کے شرارے

نہ ان سے رک سکے مقصد ہمارے

„Die Funken des Unheils fielen auf die Bösen zurück; Unsere Ziele konnten durch sie nicht unterbrochen werden.“

Der Hintergrund

In den 1920er Jahren traten viele großartige Eigenschaften von Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud Ahmad, Khalifatul Masih II (RA), ans Tageslicht.

Zu Beginn dieses Jahrzehnts wurde ein Grundstück für den Bau einer Moschee in London erworben. Im Jahr 1924 unternahm Hudhur (RA) eine sehr erfolgreiche Rundreise durch London, bei der auch der Grundstein für die Fazl-Moschee gelegt wurde. Schließlich übertrug Allah, der Allmächtige, Khalifatul Masih II (RA) im Jahre 1926 die Ehre, diese erste Moschee in London zu erbauen.

Im selben Jahrzehnt begannen die Missionare der Ahmadiyya Muslim Jamaat in England, Amerika und in afrikanischen Ländern zu predigen, und die Botschaft des Islam begann sich durch die Imame von Hudhur (RA) in der ganzen Welt zu verbreiten.

Diese Errungenschaften waren für die ganze Welt offenkundig. Etwa zur gleichen Zeit, als der Heilige Prophet (SAW) auf übelste Art und Weise angegriffen wurde, standen Hudhur (RA) und seine Jamaat an vorderster Front, um die Ehre des Heiligen Propheten (SAW) zu verteidigen. Die Mitglieder der Jamaat von Hudhur (RA) waren die ersten, denen die Ehre zuteilwurde, in dieser Hinsicht inhaftiert zu werden: als Syed Dilawar Shah Bukhari, der Ahmadi-Herausgeber von „The Muslim Outlook“ und ein weiterer Ahmadi zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden, weil sie zur Feder griffen gegen die Übeltäter, die Blasphemie betrieben, und gegen diejenigen, die ungerechte Urteile fällten. So wurde die Fahne der Ehre des Heiligen Propheten (SAW) auch von der Jamaat Ahmadiyya unter schwierigsten Umständen gehisst.

Als die Türkeifrage der Welt als das größte Problem der muslimischen Welt präsentiert wurde, wurden die Vorschläge von Hadhrat Musleh-e Maud (RA) in Form eines Buches unter dem Titel Mu’ahidah-e-Turkiyyah aur Musalmanu ka Aainda Rawaiyyah (Der türkische Vertrag und die zukünftigen Schritte der Muslime) veröffentlicht. Das Buch wurde von der muslimischen Welt positiv aufgenommen.

Im Jahr 1923, als die Hindus begannen, Muslime durch die Shuddhi-Bewegung zu bekehren, leistete die Ahmadiyya Muslim Jamaat unter der Leitung von Khalifatul Masih II (RA) hervorragende Dienste.
In der arabischen Welt konnte die Ahmadiyya Muslim Jammat Gemeinschaften in Palästina, Syrien und Ägypten gründen.
Dies war eine Zeit, in der die Konflikte zwischen Hindus und Muslimen zum größten politischen Problem in Indien wurden. Die Briten wollten dem indischen Volk die Selbstverwaltung übertragen, aber die hinduistisch-muslimischen Konflikte in politischen Fragen waren so tiefgreifend, dass keine Form der Selbstverwaltung realisierbar schien.
Unter diesen Umständen sollten sich die Vorschläge von Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) als die am besten geeigneten Strategien und Anleitungen für praktische Schritte erweisen. Diese wurden von einem aufmerksamen Teil der indischen Gesellschaft und der britisch-indischen Regierung anerkannt.
Als Edwin Montagu, Staatssekretär für Indien, 1917/18 Indien besuchte, wurden aus verschiedenen politischen Kreisen Indiens Vorschläge für die Unabhängigkeit Indiens vorgebracht.

Nach seiner Rückkehr nach England bezeichnete er die Ansprache von Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud Ahmad (RA), die ihm vorgelegt wurde, als den am gründlichsten durchdachten und am besten formulierten Vorschlag.

So wurde Hadhrat Khalifatul Masih II (RA) zum wichtigsten muslimischen Führer am Horizont der islamischen Welt.

Unter solchen Umständen war es nur logisch, dass die Gegner Gefühle der Eifersucht entwickelten. Um das Feuer des Neides und der Eifersucht zu löschen, versuchten sie nicht nur den Charakter von Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) durch abscheuliche und bösartige Anschuldigungen zu verleumden, vielmehr versuchten sie, ihn in den Augen der Regierung zu diffamieren, indem sie eine falsche Klage wegen versuchten Mordes gegen ihn einreichten.

 

Die Verschwörung von 1927

Eine in Qadian lebende Familie, die als Familie der „Mistris“ (Maurer) bekannt war, begann, falsche und erfundene Anschuldigungen gegen Hadhrat Musleh-e Maud (RA) zu erheben. In der Tat stellten all diese Machenschaften eine sehr ruchlose und pietätlose Verschwörung dar, um Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) zu verleumden.

Die treibende Kraft dieser aufrührerischen Kampagne, Fazal Karim Mistri, gründete eine Zeitung mit dem Namen Mubahala, in der er ununterbrochen eine Tirade der übelsten Anschuldigungen gegen den Charakter von Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) verbreitete.

Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) erwähnte diese Fitna und sagte:

„In den letzten Tagen haben sie [die Mistris] aufgrund ihrer eigenen Fantasie den Eindruck erweckt, dass ein bestimmter Versuch gegen sie unternommen wurde. Diese Leute haben aus den oben genannten Gründen – die auch in ihrer Zeitung (Mubahala) erwähnt werden – einige ungerechtfertigte Handlungen begangen. Einer von ihnen war wütend, weil er nicht die Frau heiratete, die er sich wünschte. Dann heiratete sein eigener Schwiegersohn die gleiche Frau. Diejenigen, die verdorben sind, sind auch darauf aus, ihren Hass auf unmoralische Weise zu rächen. Deshalb fing er an, Dinge zu sagen, die Anschuldigungen und falsche Beschuldigungen darstellten. Als ich davon erfuhr, rief ich den Vater und den Sohn an und sagte zu ihnen: ‚Ich habe gehört, dass ihr diese und jene Dinge sagt. Unabhängig von meiner religiösen Position wisst ihr, dass meine Familie die alleinige Eigentümerin dieser Stadt ist. Ich hätte eure Absicht als wohlmeinend betrachtet, wenn ihr [auch bereit wäret] in ein Dorf zu gehen und eine Anschuldigung gegen einen der Grundbesitzer zu erheben, der auch nur 10 Morgen Land besitzt, geschweige denn gegen den alleinigen Eigentümer dieses Dorfes.‘ “

„Ihr würdet es nicht einmal wagen, in einen kleinen Weiler zu gehen und einen Kehrer zu beschuldigen, aber hier benutzt ihr schmutzige und gemeine Worte gegen uns. In euren Handlungen steckt die Erkenntnis, dass ich eure Taten nicht rächen werde und ihr es deshalb wagt, sie auszuführen. Andernfalls sagt ihr entweder, dass es in diesem Dorf keine andere Person gibt, die derselben Dinge beschuldigt werden kann, oder wenn ihr zugibt, dass eine solche Anschuldigung gegen jemanden erhoben werden kann, warum wagt ihr es dann nicht, sie zu erheben?“

„Was ihr also gegen mich sagt, hat nichts mit eurer Wahrhaftigkeit zu tun, sondern mit meiner Anständigkeit. Ihr wisst, wenn ihr etwas über jemand anderen sagen würdet, dass dieser bereit wäre, auf jede erdenkliche Weise dagegen vorzugehen. Von mir geht jedoch keine solche Bedrohung für euch aus. Eure Art und Weise ist eine Bestätigung meiner Anständigkeit und ein Ausdruck eurer Verkommenheit.“

Das Ziel dieser Übeltäter war es, Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) in böser Absicht zu verleumden. Sie hatten auch die Unterstützung der ghair-mubai’een, die gemeinhin als Lahori (Paighami) Ahmadis bekannt sind (worauf später noch eingegangen wird).

Auch dieser Versuch von Hudhur (RA), sie zu ermahnen, wurde von ihnen fehlgedeutet. Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) erklärte selbst:

„Bei dieser Gelegenheit sagten sie mir: ‚Was über uns gesagt wird, ist falsch und die Menschen lügen.‘ Dann erzählte einer von ihnen seinen Traum und sagte: ‚Mir wurde gesagt, ich solle dich um Gebete bitten.‘ Ich fand jedoch heraus, dass sie später zu den Leuten gingen und sagten: ‚Er hat versucht, uns zu beruhigen, aber wir konnten nicht beruhigt werden.‘ Jetzt sind sie zu den Gerichten gegangen und haben behauptet: ‚Man hat uns gesagt, es zu unterlassen, sonst würde er uns zurechtweisen.‘“ (Taqrir Dilpazir, Rede auf der Jalsa Salana, 27. Dezember 1927)

Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) sagte in der gleichen Ansprache weiter:

„Dies ist die Verschwörung, die vor Kurzem entstanden ist. Gott, der Allmächtige, sagt mir allerdings voraus, wenn eine Verschwörung ausgebrütet wird. Ich hatte vor vielen Jahren eine Vision über diese Verschwörung und ich habe diese Vision vielen Menschen erzählt […].

Der Kern dessen, was ich sah, war, dass ich durch ein Tal in Simla ging, wo es verschiedene Arten von Dschinns gab, die versuchten, meine Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was sie auf aufstachelnde Weise sagten. Damals wurde mir gesagt, ich solle ihnen keine Aufmerksamkeit schenken und mit den Worten fortfahren:

خدا کے فضل اور رحم کے ساتھ

‚Durch die Gnade und Barmherzigkeit Gottes.‘ “

Zuvor, am 22. November 1927, hatte Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) in Al-Fazl eine Mitteilung über eben diese Verschwörung veröffentlicht, in der Hudhur (RA) sagte:

„Die Jamaat muss durch die Notiz, die vor einigen Tagen in Al-Fazl veröffentlicht wurde, erfahren haben, dass einige Leute, die scheinbar zur Jamaat gehörten, aber in Wirklichkeit aufgrund ihrer Heuchelei keine Verbindung zu ihr hatten, sich gegen mich und den Nizam-e-Jamaat aufgelehnt haben […].

Nun überlasse ich ihren Fall Allah, dem Erhabenen, denn Er ist der Beste unter den Richtern. Er wird die Jamaat sicherlich mit Seinen mächtigen Zeichen beschützen.“

So geschah es und Allah, der Erhabene, schützte Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) und die gesamte Ahmadiyya Muslim Jamaat davor. Weder wurden ihre falschen Anschuldigungen bewiesen noch gelang es ihnen, Hudhur (RA) wegen versuchten Mordes anzuklagen.

Nicht nur das, sondern auch die tatsächliche Realität der Aufwiegler, die diese Unruhe mit der Unterstützung der gegnerischen Maulwis, der nicht-muslimischen Gegner und Maulwi Muhammad Ali Sahib, dem Amir der ghair-mubai’een, schürten, wurde aufgedeckt.

Master Faqirullah Sahib, der Buchprüfer der Gruppe der ghair-mubai’een und auch der Imam der Moschee im Ahmadiyya-Gebäude [Lahore] war, erklärte:

„Alle Mitglieder des Führungsgremiums der Anjuman sind sich bewusst, dass Maulwi Sahib mit seiner besonderen Genehmigung den Eigentümern der Mubahala kontinuierlich mit Bargeld und durch den Druck ihrer Flugblätter und deren Verteilung in anderen Städten mit Hilfe eines speziellen Angestellten der Anjuman half […].“ (Risala Furqan, Qadian, Juli 1944)

In ähnlicher Weise schrieb der Generalsekretär der Gruppe der ghair-mubai’een in einem offenen Brief an Maulwi Muhammad Ali Sahib:

„Sie haben immer moralische und finanzielle Unterstützung für die Veröffentlichung der Anschuldigungen gegen Khalifa Sahib von Qadian geleistet.“ (Furqan, Qadian, Mai 1942).

Die Zeitung Faruq veröffentlichte Kopien der Briefe von Maulwi Muhammad Ali Sahib in ihrer Ausgabe vom 7. Juni 1931 und schrieb:

„Die Zeitung Mubahala verkaufte weiterhin Hunderte von Exemplaren in ihren Niederlassungen. Pakete mit Mubahala wurden bis zwei Uhr morgens vorbereitet. Im Falle eines Zweifels kann man das Journal der Mubahala in der Buchhaltung des Buchdepots im Paigham-Gebäude einsehen.“

So löste sich diese Verschwörung gegen den von Gott, dem Allmächtigen, auserwählten Kalifen nicht nur in Luft auf, vielmehr zeigte sich auch, dass die Anti-Jamaat-Elemente schon immer jede Gelegenheit genutzt haben, um der Jamaat zu schaden, wann und wo immer sie auch nur eine kleine Chance hierzu sahen.

Der Hintergrund der Verschwörung von 1937

Nun kommen wir zu den 1930er Jahren. Dieses Jahrzehnt war auch ein Jahrzehnt, in dem die Jamaat-e Ahmadiyya zu neuen Höhen des Erfolgs und der Errungenschaften gelangte.

Zu Beginn dieses Jahrzehnts, als alle Bemühungen, die Stimme für die Rechte der Muslime in Kaschmir zu erheben, zu scheitern schienen, gründeten die muslimischen Führer das All India Kashmir Committee und wählten einstimmig Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud Ahmad (RA) zu seinem Vorsitzenden.

Nachdem Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) die Leitung dieses Komitees übertragen worden war, breitete sich in ganz Indien eine neue Welle des Bewusstseins für die Rechte der Muslime in Kaschmir aus. Der Kaschmir-Tag wurde in ganz Indien unter Beteiligung von Mitgliedern aller islamischen Denkschulen gefeiert. Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) selbst bot die großzügigste finanzielle Hilfe an. Auf die Ermutigung von Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) hin begannen Muslime in ganz Indien, die Kaschmir-Bewegung zu unterstützen. Die Bemühungen von Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) erwiesen sich auf der Ebene der Verhandlungen und des Dialogs mit den Behörden als beispiellos.

Als die Majlis-e-Ahrar-e-Islam die Lage erkannte, wurde ihnen klar, dass die Jamaat-e Ahmadiyya eine Kraft war, gegen die sie ihre ruchlosen Ziele niemals auf würdige Weise erreichen konnten. Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) erkannte, dass das Thema eher zu einer politischen Bühne als zu einem Kampf für die Rechte wurde und trat vom Vorsitz des Kaschmir-Komitees zurück.

Die renommierte Historikerin Dr. Ayesha Jalal beschreibt in ihrem Buch Self and Sovereignty eine sehr detaillierte Analyse dieser Situation und schreibt, dass das Komitee nach dem Rücktritt von Hadhrat Khalifat-ul-Masih II (RA) nicht einmal eine einzige Sitzung seines Arbeitsgremiums einberufen, geschweige denn irgendwelche konkreten Anstrengungen unternommen hat.

Das Feuer der Eifersucht der Ahrar hatte sich indes so stark entzündet, dass es nicht mehr abkühlen wollte. Sie taten alles, um die Jamaat zu verletzen und zu diffamieren. Zunächst wurde in Qadian ein Tumult erzeugt und unter dem Deckmantel einer Versammlung fuhren sie fort, Beschimpfungen auszustoßen und Gewalttaten zu verüben. Sie skandierten Slogans und drohten damit, Qadian in Schutt und Asche zu legen.

Als Reaktion auf diese Beschimpfungen, Ausschreitungen und Drohungen offenbarte Allah, der Erhabene, dem reinen Herzen von Hadhrat Khalifat-ul-Masih II (RA) die Idee von Tahrik-e-Jadid, und die Jamaat-e-Ahmadiyya trat in eine neue Ära des Fortschritts ein. Ganz abgesehen davon, dass Qadian in Schutt und Asche gelegt wurde, verbreiteten sich die Einheit Gottes, des Allmächtigen, und die reinen Lehren des Heiligen Propheten (SAW) von Qadian aus bis in die letzten Regionen der Erde. Unter Tehrik-e-Jadid wurden auf verschiedenen Kontinenten der Welt Missionen gegründet, Moscheen gebaut und Missionare in die ganze Welt entsandt, um die ehrwürdige Aufgabe zu erfüllen, den Islam zu verbreiten.

Angesichts dieser Situation brannten die Gegner und Widersacher weiter im Feuer der Eifersucht und griffen wie üblich zu schmutzigen Methoden.

Die Verschwörung von 1937

Das Jahr 1937 ist sehr wichtig in der Geschichte der Jamaat-e-Ahmadiyya. Es war das erste Mal, dass sich Heuchler, Abtrünnige, ghair-mubai’een und Gegner zusammentaten, um die Ahmadiyya Jamaat zu bekämpfen.

Zu diesem Zweck stützten sie sich immer auf jemanden, der der Jamaat sehr nahe zu stehen schien, dessen Glaube aber ins Wanken geraten war. In diesem Fall wählten sie Sheikh Abdur Rahman Misri Sahib. Misri Sahib schloss sich 1905 der Ahmadiyya Muslim Jamaat an, nachdem er an der gesegneten Hand des Verheißenen Messias (AS) sein Bai’at abgelegt hatte.

Als 1914 die fitna der ghair-mubai’een aufkam, schwor er Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) die Treue. In den folgenden zwei Jahrzehnten hielt er nicht nur Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud Ahmad (RA) für den rechtmäßigen Khalifen, sondern hielt auch Reden, die diese Ansicht unterstützten. Er legte auch schriftliche Zeugnisse für diesen Glauben vor.

Aufgrund der Enttäuschung einiger persönlicher Bestrebungen, entwickelte er Meinungsverschiedenheiten mit Hadhrat Musleh-e-Maud (RA), und im Jahr 1935 kam ihm plötzlich der Gedanke, dass Hudhur (RA) „nicht der rechtmäßige Khalif“ sei. Daraufhin schrieb er eine Broschüre mit dem Titel „Kiya Tamam Khalife Khuda hi Banata Hei?“ (Sind alle Khalifen von Gott erkoren?).

Darin brachte er seine neuen Überzeugungen zum Ausdruck:

„Nach dem Tod von Propheten und Heiligen ist nur der erste Khalif eine göttliche Wahl. Die übrigen gewählten Kalifen sind nicht Gegenstand des Ayt-e-Istikhlaf [der Vers des Heiligen Korans, der besagt, dass die Khalifen von Gott auserkoren werden]. Das umstrittene Khilafat ist hier nicht der erste Khalif, sondern der derzeitige zweite Khalif. Daher kann er nicht Gegenstand des Ayt-e-Istikhlaf sein und seine Wahl kann auch nicht Allah, dem Erhabenen, zugeschrieben werden.“

Aus dieser Aussage geht klar hervor, dass er von seiner Treue zum Khilafat von Hadhrat Khalifat-ul-Masih II (RA) Abstand genommen hatte, als seine persönlichen Bedürfnisse nicht erfüllt wurden. Nicht nur das, er legte auch den Grundstein für eine Verschwörung (fitna) in der Gemeinschaft.

Die ghair-mubai’een, Gegner und Heuchler schienen bereit zu sein, diese Auseinandersetzung für ihre persönlichen Vorteile zu nutzen.

Im Juni 1937 begann Sheikh Abdur Rahman Misri, alle möglichen falschen Anschuldigungen gegen Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) zu erheben und schrieb ihm drei Briefe am 10., 14. und 23. Juni 1937. Im ersten Brief verleumdete er den Charakter von Hadhrat Musleh-e-Maud (RA). Im zweiten und dritten Brief forderte er Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) auf, vom Khilafat zurückzutreten, da sein Charakter, Gott bewahre, nicht so sei, dass er Khalifat-ul-Masih genannt werden könne.

Im dritten Brief schrieb er: „Ich möchte Sie aus dem Amt entfernen lassen und die Wahl eines neuen Khalifen veranlassen, weil ich mich von Ihnen trennen möchte, aber nicht von der Jamaat.“

Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) schrieb ihm am 24. Juni 1937 eine Antwort, aus der im Folgenden einige Auszüge wiedergegeben werden:

„Ich habe drei Ihrer Briefe. Der Inhalt des ersten Briefes war so schmutzig und voller Verleumdungen, dass es völlig absurd gewesen wäre, nach der Lektüre dieser anzunehmen, dass Sie noch in der Bai’at und ein Mitglied der Ahmadiyya Jamaat sind […]

Ich erhielt Ihren dritten Brief, in dem Sie sagten, dass Sie die Jamaat verlassen würden, wenn Sie nicht innerhalb von 24 Stunden zufrieden seien. Daher schreibe ich Ihnen, nachdem ich das istikharah-Gebet verrichtet habe, dass Ihre Trennung von der Jamaat bedeutungslos ist. Seitdem dieses Gift in Ihrem Herzen entstanden ist, das Sie in Ihren Briefen wiedergegeben haben, sind Sie vor Gott, dem Allmächtigen, aus der Jamaat ausgeschlossen worden […] Sie haben mir gegenüber zahlreiche Drohungen ausgesprochen. Ich werde diese keineswegs mit einer Antwort würdigen. Ich lege meinen Fall vor Gott. Wenn ich Sein auserwählter Khalifa bin, wenn die Offenbarungen, die dem Verheißenen Messias (AS) über mich zuteil wurden, und die vielen Träume, die von anderen gesehen wurden, wahr sind, dann wird Gott, der Allmächtige, Sie trotz Ihrer Behauptungen über Ihren Einfluss zurückweisen.“

Dieser Brief von Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) wurde in der Al-Fazl vom 26. Juni 1937 veröffentlicht. Am darauffolgenden Tag, dem 27. Juni, gründete Misri Sahib eine eigene Jamaat mit dem Namen „Majlis-e-Ahmadiyya“ und begann, Plakate und Flugblätter mit Anschuldigungen gegen Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) und Forderungen nach seiner Absetzung zu erstellen, aufzuhängen und zu verbreiten.

Der Opportunismus der Gegner

Die Gegner nutzten diese Situation konsequent aus. Die Zeitung Zamindar gab die Schlagzeile heraus: „Ein neuer Amirul Momineen in Qadian gewählt. Khalifa Bashir wird aufgefordert, sich vom Thron des Königreichs zurückzuziehen“. Unter dieser Schlagzeile hieß es, dass Sheikh Abdur Rahman Misri zum „neuen Amirul Momineen“ erklärt wurde. Außerdem wurde geschrieben, dass die Namen derjenigen, die der Majlis-e-Ahmadiyya beitreten wollten, geheim gehalten würden. (Der Zamindar, 29. Juli 1937)

Die ghair-mubai’een waren bereits eifrig dabei. Sie veröffentlichten diese Nachricht der Zeitung Zamindar in der Ausgabe vom 30. Juli ihrer Zeitschrift Paigham-e-Sulh.

Maulwi Muhammad Ali Sahib griff in seiner Zeitschrift Paigham-e-Sulh den Charakter von Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) an. Er bezeichnete den Unfug von Misri Sahib als „große Leistung“ und schrieb, dass Sheikh Sahib in dieser Hinsicht tatsächlich Glückwünsche verdiene. Und: „Diejenigen, die die Götzen der Heiligenverehrung zerbrechen, verdienen unsere Sympathie.“ (Paigham-e-Sulh, 9. August 1937)

Misri Sahibs Intrigen kamen bei den Gegnern und ghair-mubai’een so gut an, dass er eine weitere Broschüre mit dem Titel Jamaat sey Khitab (Eine Ansprache an die Gemeinschaft) veröffentlichte, in der er schrieb:

„Der Tag wird kommen, und er wird sicherlich kommen, inschallah, wenn die Jamaat auf der Wahrheit beruhen wird, die die islamische Scharia über die Stellung der Khalifen und die Rechte und Ansprüche von ihnen und der Umma verdeutlicht hat, während sie verkündet جاء الحق وزھق الباطل [‚Gekommen ist die Wahrheit und dahingeschwunden ist das Falsche]. Du verdienst es nicht, der Khalifa zu sein. Um diese Wahrheit zu enthüllen, hat Allah, der Erhabene, mir allein durch Seine Gnade und Barmherzigkeit die Kraft gegeben aufzustehen.

Der Schritt, den ich unternommen habe, geschah allein um Gottes Willen, nachdem ich eine große Korruption innerhalb der Jamaat festgestellt hatte, die viele zum Atheismus geführt hat und viele weitere in die Irre führen wird. Ich habe diesen Schritt getan, weil ich das Gefühl hatte, in dieser Angelegenheit handeln zu müssen, oder besser gesagt, weil ich es für notwendig hielt. Meine Stimme wird morgen gehört werden, wenn nicht heute, und wenn nicht morgen, dann übermorgen.“

Er schrieb weiter:

„Freunde, erhebt euch! Legt den Schleier der Angst ab und fangt an zu ergründen, indem ihr den Mut eines Gläubigen einsetzt.“

In seiner Wut klopfte Misri Sahib sogar an die Tür der staatlichen Gerichte und erstattete neben anderen Anklagen gegen Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) sogar Anzeige wegen Beihilfe zum Mord. Die Klagen wurden zunächst vom Bezirksgericht und dann vom Session Judge abgewiesen.

Obwohl er in diesen Fällen keinen Erfolg hatte, wurde er in all diesen Phasen von Maulwi Muhammad Ali unterstützt. Am 26. August 1937 schrieb Maulwi Sahib in einem Brief an seinen Schüler und Anwalt, Hafiz Muhammad Hassan Cheema Sahib:

„Du kennst die Situation in Qadian mehr oder weniger. Sheikh Abdur Rahman Misri kämpft in einem Fall um seine Kaution. […] Er wird derzeit von Sharif Hussain, einem ahrarischen Anwalt, vertreten. Es wäre für unsere Jamaat sehr angebracht, ihm bei dieser Gelegenheit zu helfen. […] Den Unterdrückten in solchen Situationen zu helfen, ist eine fromme Tat. […] Wassalam, Muhammad Ali.“

Aus diesem Brief geht klar hervor, dass alle gegnerischen Kräfte gegen Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) und die Jamaat in ihrem Unwesen gegen das Khilafat-e-Ahmadiyya vereint waren.

 

Aufschlussreiche Reaktion von Hadhrat Musleh-e Maud (RA)

Unter diesen Umständen wurde Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) von Gott, der ihn in die Position des Khilafat erhoben hatte, mit großem Mut und einer großen Entschlossenheit ausgestattet. In Anbetracht dieser Umstände legte Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) in seinen Freitagsansprachen von Juni bis November 1937 die wahren Fakten dar, um Missverständnisse auszuräumen.

In seiner Freitagsansprache vom 12. November 1937 erklärte er:

„Sie sagen mir, dass ich, wenn die Anschuldigungen, die sie gegen mich erheben, falsch sind, einen Eid ablegen und Gottes Zorn auf mich herabbeschwören soll, wenn ich lügen würde. Das habe ich aber schon gegen die Mistris hervorgebracht, und ich wiederhole es jetzt noch einmal: Ich glaube, dass die Forderung nach Eiden usw. in solchen Angelegenheiten, für die Allah bestimmte Grenzen gesetzt hat und bestimmte Methoden des Zeugnisses gelehrt hat, nicht angemessen ist; vielmehr macht die Ablegung eines Eides auf eine solche Forderung die Weisheit zunichte, für die Gott dieses Gebot gegeben hat […].“

„Der Skeptiker, der zu Zweifeln neigt, könnte jedoch denken, dass ich diese Art von Glauben angenommen habe, um einen Eid zu vermeiden. Deshalb sage ich, zumindest zum Trost für denjenigen, der weiß, dass niemand dem Griff Allahs entkommen kann, indem er einen falschen Schwur leistet: Ich schwöre beim allmächtigen Gott, in dessen Namen falsche Eide zu leisten das Werk der Verfluchten ist und in dessen Namen falsche Eide zu leisten einen zum Gegenstand Seines Fluches macht, dass ich fest daran glaube, dass der Heilige Koran in dieser Hinsicht die gleiche Lehre gibt, die ich erläutert habe. Möge Allahs Fluch auf mich herabkommen, wenn ich in dieser Angelegenheit ein Lügner bin.“

„Eine weitere Frage, die von Sheikh Abdur Rahman Misri aufgeworfen wurde, ist, ob ein Khalif abgesetzt werden kann. Sie verlangen von mir, dass ich vom Khilafat zurücktrete oder dass die Jamaat mich aus diesem Amt entfernt.

Als Antwort auf diese Forderung schwöre ich bei Gott, dem Allmächtigen, in dessen Namen das Ablegen falscher Eide das Werk der Verfluchten ist, dass ich glaube, dass es Gott, der Allmächtige, war, der mich zum Khalif gemacht hat, obwohl ich ein schwacher Mensch bin. Ich schwöre auch bei Ihm, dass Er mir vor etwa 22 oder 23 Jahren in einer Vision sagte: ‚Du wirst mit solchen Schwierigkeiten konfrontiert werden, dass du manchmal den Gedanken in deinem Herzen haben wirst, dass diese Last [des Khilafat] von dir genommen wird, wenn es irgendwie möglich ist. Du wirst jedoch nicht in der Lage sein, diese Last zu beseitigen, und du wirst diese Aufgabe um jeden Preis erfüllen müssen.‘ Möge der Fluch Allahs auf mich herabkommen, wenn ich mit dieser Aussage gelogen habe.“

„Dann sage ich unter der Warnung Allahs, des Allmächtigen, لَّعۡنَتَ اللّٰہِ عَلَی الۡکٰذِبِیۡنَ (‚verflucht seien die Lügner‘) wie von Gott, dem Allmächtigen, mitgeteilt, dass ich der von Ihm eingesetzte Khalif bin. Und meine Absetzung ist keineswegs zulässig. Wenn mir Unglück widerfährt, wie die Prophezeiungen des Verheißenen Messias (AS) zeigen, dass eine gewisse Dunkelheit für mich bestimmt ist, und sie bewirken, dass sich die gesamte Jamaat von mir abwendet, dann bin ich sicher, dass Allah mich nicht untergehen lassen wird, bis Er eine mächtige Gemeinschaft erschaffen hat, die mir wieder zur Seite stehen wird […].“

„Ich vertraue nicht auf Menschen, ich vertraue auf meinen Gott. Jener Gott, der mir, als noch nicht einmal der Gedanke an mein Khilafat existierte, mitgeteilt hat:

اِنَّ الَّذِیۡنَ اتَّبَعُوۡکَ فَوۡقَ الَّذِیۡنَ کَفَرُوۡا اِلٰی یَوۡمِ الۡقِیٰمَۃِ

‚Ich will diejenigen, die dir folgen, über jene setzen, die ungläubig sind, bis zum Tage der Auferstehung.‘

„Es handelt sich also nicht nur um eine Angelegenheit von heute, sondern wer mir seine Treue gelobt, wird bis zum Tag der Auferstehung über meine Leugner siegen. Das ist die Prophezeiung Gottes, die sich erfüllt hat und sich weiterhin erfüllen wird […].“

„Selbst jetzt, wo dieses Unheil entstanden ist, habe ich nicht überstürzt gehandelt, sondern zu Allah, dem Erhabenen, gebetet, der mich wissen ließ, dass Er meine Nöte beseitigen und meine Feinde in wenigen Tagen vernichten würde.“ (Al-Fazl, 20. November 1937)

In der gleichen Ansprache sagte Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) über ihre Propaganda:

„Habe ich jemals verkündet, dass die Menschen die Ankündigungen, die sie an den Wänden angebracht haben, nicht lesen sollen? Im Gegenteil: einmal, als sie eine Ankündigung an einer Tafel anbrachten, erhielt ich einen Brief von Maulwi Abul Ata, dass die Leute sich versammelt hätten, um sie zu lesen, und nachdem sie sie gelesen hätten, waren sie von Wut und Zorn erfüllt, was die Gefahr von Unfrieden mit sich brachte. Er schrieb, es sei ratsam, die Leute durch eine Ankündigung vom Lesen solcher Botschaften abzuhalten.

Ich habe jedoch geantwortet, dass ich ein Verbot nicht gutheiße, weil es bedeuten würde, dass ich die Leute von der Recherche abhalte. Ich habe nichts gegen die Argumentation und die korrekte Art und Weise, eine Botschaft zu vermitteln. Ich selbst war immer auf der Suche nach der Wahrheit und das ist die Nahrung meiner Seele.“

„Wenn sie mich mit Argumenten bezwingen können, dann dürfen sie das ruhig tun. Ich habe kein Problem damit. Mein Einwand ist, dass diese Leute illegale Handlungen begehen, die in keiner Religion erlaubt sind. Und da sie solche Handlungen unter Verletzung der Höflichkeit und des Anstands und der islamischen Gebote begehen, ist es notwendig, dass wir die Freunde unserer Jamaat daran hindern, sich auf solche Beziehungen einzulassen, die zu Unfrieden führen können […].“

„Wenn jemand nichts Böses im Schilde führt und sich von uns trennt und sich einer anderen Gruppe anschließt, dann verbieten wir nie, mit ihm zu sprechen. Unter den heutigen ghair-mubai’een gibt es viele Menschen, die vorher in unserer Jamaat waren, sich dann aber anderen Gruppen angeschlossen haben. Aber wir haben ihnen gegenüber nicht verkündet, dass niemand mit ihnen sprechen darf […].“

„Sheikh Abdur Rahman Sahib Misri hat in seinem Brief zugegeben, dass er zwei Jahre lang eine geheime Untersuchung gegen mich geführt hat und mit den Leuten darüber gesprochen hat. Wenn er an dem Tag, an dem er Zweifel an mir entwickelte und etwas gegen mich hatte, zu mir gekommen wäre und gesagt hätte: ‚Ich habe diesen Zweifel an Ihnen in meinem Herzen entwickelt‘, dann hätte ich mein Bestes getan, um ihn zu befriedigen und seine Zweifel zu beseitigen. Daher gibt es mehrere solcher Fälle, in denen einige Leute zu mir kamen, mir ihre Zweifel vortrugen und aufrichtig versuchten, diese Zweifel auszuräumen, und ich wurde nicht wütend auf sie; vielmehr hörte ich ihnen ruhig zu und versuchte, ihnen die Dinge auf friedliche Weise zu erklären […].“

„Wenn er gleich am ersten Tag, als er etwas über mich hörte, zu mir gekommen wäre und gesagt hätte: ‚Ich habe so etwas gehört‘ und dass ich es ihm erklären sollte, hätte ich versucht, es ihm auf jede mögliche Weise zu erklären. Obwohl es Gottes Aufgabe ist, ihn zu trösten und nicht meine, hätte ich versucht, ihn mit all meinen Fähigkeiten zufrieden zu stellen. Aber er hat einen Weg gewählt, der der Frömmigkeit zuwiderläuft und dann hat er jeden Schritt, den er tat, gegen die Frömmigkeit getan […].“

„Gott, der Allmächtige, hat mich nicht zu einem Tyrannen gemacht. Er hat mir ein mitfühlendes Herz gegeben, das immer mit den Sorgen der ganzen Welt verschmolzen war und ist; ein liebendes Herz, das Mitgefühl für die ganze Welt hat; ein Herz, dessen größter Wunsch es ist, dass meine Nachkommen und ich neben der Liebe zu Allah, dem Erhabenen, unser Leben im Dienst Seiner Schöpfung leben. Es mag sein, dass die Intensität dieses Wunsches nachlässt, weil er gezwungen wird oder weil er Fehler macht, aber seine Entschlossenheit und seine Absicht in dieser Hinsicht werden nicht geringer.“

Am Ende der Ansprache sagte Hudhur (RA):

„Dann sage ich Sheikh Sahib mit Aufrichtigkeit und Wohlwollen, dass ich bei Gott, dem Allmächtigen, geschworen habe, wie es mir möglich war, und ich rate ihm, zu bereuen und Gott, den Allmächtigen, um Vergebung für seine Sünden zu bitten. Ich habe mir seine Worte angehört und war in einem Maße geduldig, wie es sich andere Menschen nicht einmal vorstellen können. Wenn er nicht sicher ist, wird die Zeit ihn überzeugen, und wenn er in dieser Welt nicht glaubt, wird er nach dem Tod überzeugt sein, dass er mir das schlimmste Unrecht angetan hat, das man jemandem auf der Welt antun kann. Er hat Taktiken angewandt, die der Islam und der Heilige Koran nicht zulassen.“

„Durch die Gnade Gottes, des Allmächtigen, habe ich bis zum heutigen Tag noch nie einem anderen Menschen absichtlich Unrecht getan. Wenn mir ein Fall von einer Person begegnet, mit der ich unzufrieden bin, dann bete ich immer: ‚O Gott! Dies ist die Zeit meiner Prüfung, so bewahre Deine Gnade mit mir, damit ich nicht versage und damit nicht irgendein Groll meines Herzens diese Entscheidung beeinflusst und ich ungerecht entscheide‘ […].

„Ich appelliere an Gott, den Allmächtigen: O Gott! Wenn Du mich auf das Amt des Khilafat gesetzt hast, aber meine Hände und meine Zunge zurückgehalten hast, dann bitte ich Dich, vom Himmel herabzusteigen und auf diese Gräueltaten zu antworten, nicht um meinetwillen, sondern um Deinetwillen; nicht um meinetwillen, sondern um Deiner Gemeinschaft willen.“

Dann sagte er:

„So bin ich, durch die Gnade Allahs, zufrieden. Jeder von euch, der ein wahrer Gläubiger ist, wird es sehen; vielmehr werden die meisten von euch noch am Leben sein, um zu sehen, wie all diese Drangsale wie Staub weggeblasen werden und die Ahmadiyya Jamaat wie ein mächtiger Fels errichtet wird, mit Hilfe der Herrlichkeit Allahs, des Erhabenen, und Seiner Schönheit.“

 

Das Schicksal der Aufwiegler und ihrer Unterstützer

Diese Worte von Hudhur (RA) wurden wie eine Prophezeiung wahr. Sheikh Abdur Rahman Misri ging nach Lahore und schloss sich der Gruppe der ghair-mubai’een an. Nach seiner Ankunft begann er, Anzeigen mit folgendem Inhalt zu veröffentlichen:

„Bis zu diesem Tag wurde ich in dem Glauben getäuscht, der Messias sei der Verheißene Prophet. Jetzt aber glaube ich, dass er ein Muhaddith und kein Prophet Allahs war.“

Damit wurde eine seiner eigenen Behauptungen als falsch erwiesen. Er wollte den Khalifen absetzen und einen neuen Khalifen einsetzen. Wenn der Verheißene Messias (AS) in seinen Augen kein Prophet mehr war, woher kam dann die Frage von einem Khalifen? Die Demütigung, die diese ideologische Niederlage mit sich brachte, war also lehrreich.

Maulwi Muhammad Ali Sahib, der Misri Sahib und seine Verschwörung mit offenen Armen empfangen hatte, wurde später selbst zur Zielscheibe von Misri Sahibs Intrigen. Warum sollte eine Person, die dem von Gott auserwählten Khalifen nicht treu war, einer Vereinigung [anjuman] oder ihrem Präsidenten gegenüber loyal sein?

Maulwi Muhammad Ali Sahib sandte ein Rundschreiben an seine Gruppe bezüglich der Fitnas, die gegen ihn in seinen letzten Tagen aufkamen. Dieses Rundschreiben wurde am 5. Juli 1951 verfasst. Der Inhalt lautet wie folgt:

„Seit ich mich von meiner letzten Krankheit erholt habe, haben diese beiden Ältesten und Sheikh Misri ihre ganze Kraft für Propaganda gegen mich eingesetzt und begonnen, eine Fitna in der [Lahori] Jamaat zu schaffen, indem sie jeden Maulwurfshügel in einen Berg verwandelt haben. Sie nutzen nicht nur meine Krankheit aus, sondern verschlimmern sie noch, indem sie mich zwingen, über diese Themen zu schreiben.

Es wurde eine Axt an die Wurzel der Struktur der [Lahori] Jamaat geschlagen und die Flagge der Rebellion gegen den Führer der [Lahori] Jamaat [amir-e-Jamaat] gehisst.“

Später, in den letzten Tagen seines Lebens, wurde eine Schrift des Maulana unter dem Titel Hadhrat Amir Marhoom ke Dukhon ki Dastan (Die Geschichte der Leiden des verstorbenen Hadhrat Amir) veröffentlicht. Darin wurden auch die gleichen Verschwörungen erwähnt.

Er verstarb im Oktober 1951, fast zwei Monate nachdem er diese „Geschichte der Leiden“ geschrieben hatte.

Das Schicksal von Maulana Zafar Ali Khan, der diese Verschwörung in großem Maße angefacht hatte, ist allen bekannt. In seinen letzten Tagen, als er völlig hilflos war und es niemanden gab, der sich um ihn kümmerte, war es niemand anderes als Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud Ahmad (RA), der sich um seine Gesundheit kümmerte und für seine Behandlung und Pflege sorgte.

 

Die Schlussfolgerung

Wenn man beobachtet, wie solche Fitnas aufsteigen und dann wie Staub weggeblasen werden, wird man an den folgenden Vers des Verheißenen Messias (AS) erinnert:

یہ گماں مت کر کہ یہ سب بدگمانی ہے معاف

قرض ہے واپس ملے گا تجھ کو یہ سارا اُدھار

„Glaubt nicht, dass all dieses Misstrauen vergeben wird; es ist eine Schuld, die euch in vollem Umfang zurückgezahlt werden wird.“

Lasst uns mit der oben erwähnten Antwort von Hadhrat Musleh-e-Maud (RA) auf diese scheinbar große Bedrängnis schließen:

„So bin ich durch Allahs Gnade zufrieden. Jeder von euch, der ein wahrer Gläubiger ist, wird sehen; vielmehr werden die meisten von euch noch am Leben sein, um zu sehen, wie all diese Drangsale wie Staub weggeblasen werden und die Ahmadiyya Muslim Jamaat auf einem starken Felsen errichtet wird, mit Hilfe der Herrlichkeit Allahs, des Erhabenen, und Seiner Schönheit.“

Diese Antwort von Hadhrat Musleh-e Maud (RA) ist derart umfassend, dass sie nicht nur in jenen Tagen, sondern auch heute noch ein Mittel zur Stärkung des Glaubens der Gläubigen ist. Viele solcher Drangsale kamen und gingen. Gott, der Allmächtige, zeigte Seine Unterstützung für Seinen ernannten Khalifen und seine Jamaat und vernichtete die Verschwörungen der Feinde. Dies ist in jedem Zeitalter geschehen, so auch heute, und so wird es auch in Zukunft in jedem Zeitalter sein, inschallah.

(Übersetzt aus dem Urdu ins Englische von Aqeel Kang. Das originale in Urdu: www.alfazl.com/2021/12/19/38765/)